Blogbeitrag Carlotta L. Cornelius

Write what you know?

Vor ein paar Tagen habe ich bei der 10 Fakten-Challenge auf Instagram mitgemacht. Und wie ich so über meinen Slides brütete wurde mir wieder einmal bewusst: Vieles von dem, was ich in meinem Leben gemacht habe, wirkt sich bis heute positiv auf mein Schreiben aus.

Gerade wenn man Fantasy schreibt, weiß man mit dem vielzitierten Satz „know what you write“ erstmal wenig anzufangen. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber mir sind in Köln noch keine Elfen und Drachen über den Weg gelaufen. Dementsprechend skeptisch war ich, bis … ich eines Tages dann doch etwas hatte, was ich fast 1 zu 1 in meine Geschichte einbauen konnte. Und das hat meine Sichtweise gründlich verändert.

Erfahrungen fürs Schreiben nutzen. Oder: Was ist eine unrealistische Verrenkung?

Während meines Studiums habe ich sehr intensiv Kampfsport betrieben. Mehr als sechs Jahre Boxen, später auch Muay Thai. Und während ich an meiner Technik feilte und aus Frauenmangel meist gegen sehr große Kerle sparrte, kam mir der eine oder andere Aha-Moment:

  • Kraft ist gut, aber ohne Technik stehst du dumm da
  • Lerne, deine Kraft einzuteilen. Nicht jeder Schlag muss/kann tödlich sein
  • Nutze physikalische Gesetze zu deinem Vorteil (Drehimpuls, kinetische Kette etc.)
  • Und: Es ist viel ätzender, gegen kleine, schnelle Gegnerînnen mit guter Technik zu kämpfen, als gegen große Kerle, die vor allem (und oft einzig und allein) auf ihre Kraft setzen

Ich habe bald begriffen, dass ich diese Learnings sehr gut auf die Kampfszenen in meinen Geschichten übertragen konnte. Hier zumeist mit Messern und Schwertern, aber durch meine Erfahrung mit Beinarbeit und Schlagtechniken wusste ich an vielen Stellen, worauf ich achten muss. Mit welcher Bewegung kann ich maximale Schlagkraft erzeugen? Mit welcher Bewegung schwäche ich meine Position? Was ist ein raffiniertes Ausweichmanöver, was eine unrealistische Verrenkung?

Man muss nicht wissen, worüber man schreibt. Aber es hilft (sehr)

Worauf ich hinauswill: Auch wenn ich in Zukunft nicht mit Schwertern kämpfen oder Drachen in der Fußgängerzone begegnen werde, unsere Erfahrungen können unsere Geschichten ungemein bereichern. Und ich bin der festen Überzeugung, dass sich diese Expertise auch für Leserînnen bemerkbar macht. Das muss kein Kampfsport sein – wie wäre es mit Klettern? Oder Bogenschießen? Oder du bist leidenschaftlicher Koch und gibst deiner Cozy Fantasy-Protagonstîn die richtigen Tricks und Kniffe an die Hand?

Denk mal darüber nach: Welche Erfahrungen hast du gemacht, die dir bis heute beim Schreiben helfen? Ich bin mir sicher, da gibt es einige! Auch ohne Drachen.


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