Es ist die älteste Regel der Welt: Wenn ein Lehrling wissen will, wie man etwas richtig gut macht, geht er zum Meister. 🧙♂️ Das gilt auch für Autorînnen.
Es gibt wohl an die hundert Bücher, die mich beim Lesen so schwer beeindruckt haben, dass sie mein Schreiben (teilweise bis heute) beeinflussen. Aber wenn ihr mir die Pistole an die Brust setzt, sind es diese drei. Seltsamerweise habe ich diese Bücher alle etwa in demselben Zeitraum zum ersten Mal gelesen. Kurz bevor ich mit dem ersten Entwurf meines Debüts begann. Für mich bis heute ein Reminder, dass die Bücher, die wir in unserer Jugend lesen, uns am meisten prägen.
Meine Bibel für den Weltenbau: „Der Herr der Ringe“

Okay, Klischee, Klischee … Aber wer Fantasy schreibt und es mit dem Worldbuilding ernst meint, kommt am “Herr der Ringe” nicht vorbei. Tolkien hat Jahrzehnte in seine Welt investiert – und das merkt man!
Weltenbau hört nicht mit dem Austüfteln einer Landkarte auf, er fängt damit an. Tolkien hat der Entstehung seiner Welt mit dem Silmarillion eine ganze Bibel gewidmet. Jahrtausende und Aberjahrtausende voller Mythologie, Geschichte, Sprachen, Völker und oraler Traditionen. Nun ist nicht jede:r von uns Philologieprofessor:in in Oxford und nicht jede:r von uns hat Lust, Jahrzehnte in den Weltenbau zu investieren, bevor es überhaupt mit dem Schreiben losgeht. Nichtsdestotrotz zeigt Tolkien, wie selbst Schnipsel von Mythologie, Gemeinplätzen, Geschichten und Gedichten eine Welt atmen lassen.
Wenn man den „Herrn der Ringe“ als strenges Vorbild für ein gelungenes Worldbuilding nimmt, kann man schnell die Motivation verlieren. Behält man ihn als Orientierung und Quell für das eine oder andere Learning, kann die Geschichte nur davon profitieren. Am Ende leitet doch nichts mehr an, etwas richtig gut zu machen, als jemand, der es gemeistert hat – oder?
Was gute Charaktere ausmacht: „Die Nebel von Avalon“

Ich tue mich sehr schwer damit, dieses Buch auf irgendeine Liste zu setzen (who knows, knows). Aber Fakt ist: Ich habe es mit elf Jahren gelesen – und es hat mich umgehauen. Nie zuvor (und selten seither) sind mir in einem Fantasy-Buch so vielschichtige und verzwickte Charaktere begegnet.
Bis heute gibt es kein Buch, in dem ich so viele erste Male und Aha-Momente erlebt habe, wie mit „Die Nebel von Avalon“. Eine Protagonistin, die nicht rattenscharf ist und am Ende nicht mal den Typen kriegt? First! Eine Handlung, die fast ausschließlich von weiblichen Charakteren vorangetrieben wird? First! Frauen, die moralisch absurd fragwürdige Entscheidungen treffen, aber trotzdem nicht einseitig sind? First! Um nur einige Beispiele zu nennen.
Über Recherche und große Bilder: „Der Schwarm“

Frank Schätzing schreibt keine Bücher, er schreibt Kinofilme – Roland Emmerich style. “Der Schwarm” hat mich gelehrt, dass kein Bild zu groß ist. Und dass sehr gute Recherche jede Geschichte und jedes Szenario glaubwürdig machen kann. Ein Learning, das mich bei meinem Debüt intensiv begleitet hat.
Welche Bücher haben dich und dein Schreiben nachhaltig geprägt?

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